Mittwoch, 24. Juni 2020

Gartenzauber: Was läuft denn da?

Heimische Tiere in unseren Gärten

Auch in der Stadt leben jede Menge Tiere. Und einige davon kommen uns manchmal im Garten besuchen. Könnt ihr euch vorstellen, welche das sind?

Bestimmt habt ihr schon einmal Eichhörnchen im Wald gesehen. Diese süßen Nagetiere kommen manchmal auch zu uns in den Garten. Ihr kennt Eichhörnchen sicherlich als fleißige Sammler von Nüssen und Eicheln. Aber wusstet ihr, dass sie auch kleine Räuber sind? Sie plündern z.B. Vogelnester und fressen kleine Vogeleier.

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Um im Winter einen ausreichend großen Vorrat an Nüssen zu haben, vergraben die Tiere die einzelnen Nüsse im Herbst an verschiedenen Stellen. Vielleicht auch mal bei euch im Garten. Aber wie findet ein Eichhörnchen diese Nüsse wieder? Vor allem durch seinen ausgeprägten Geruchssinn! Die Tiere markieren nämlich das Gebiet, auf dem die Nüsse vergraben sind. Außerdem haben sie ein gutes Gedächtnis. Allerdings vergessen sie auch einmal die eine oder andere Nuss. Und so können aus diesen dann neue Pflanzen entstehen. Diese Form der Ernährung ist sehr anstrengend und zeitaufwendig. Daher kommt auch das Sprichwort: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“.

Nordamerikanische und europäische Eichhörnchen

Es gibt weltweit ca. 280 Hörnchenarten. Bei uns in Deutschland kann man nun auch vermehrt das nordamerikanische Grauhörnchen beobachten. Oft wird in den Medien berichtet, dass diese Art das europäische Eichhörnchen zunehmend verdrängen würde. Zwar kann das amerikanische Grauhörnchen besser sein Futter wiederfinden und ist auch weniger anfällig gegenüber Krankheiten, trotzdem finden wir noch viele heimische Hörnchen in Deutschland. Unser einheimisches Eichhörnchen gibt es in verschiedenen Farbschattierungen. Es muss nicht immer rotbraun daherkommen. Ein gräuliches Eichhörnchen ist also nicht automatisch auch ein nordamerikanisches Grauhörnchen.

Ein zu Unrecht nicht so gern gesehener Gast – der Maulwurf!

Wenn sich kleinere oder auch größere Hügel auf Rasen und Wiesen türmen, dann ist ein für die Umwelt wichtiger Baumeister am Werk. Der bei Gartenbesitzern nicht sehr beliebte Maulwurf schiebt mit seinem Kopf und Rüssel überschüssige Erde nach oben. Mit seinen vorderen Pfoten, den sogenannten Schaufelhänden, gräbt er sich dabei Stück für Stück vorwärts. Dabei kann er Erdmassen bewegen, die bis zu 20-mal so viel wiegen wie er selbst.

Die Hügel sind das Ergebnis der intensiven Bauaktivitäten des Maulwurfs. Seine Behausung besteht aus mehreren Gängen sowie Schlaf-, Nest- und Vorratskammern, die sich zwischen 40 und 80 cm unter der Erdoberfläche befinden und die durchaus an einen der Nachkömmlinge vererbt werden kann.

Auch der Maulwurf macht keinen Winterschlaf. Da er ein reiner Fleischfresser ist, muss er dafür sorgen, dass seine Vorratskammer für den Winter gut gefüllt ist, z.B. mit Regenwürmern. Wenn im Winter dann doch alles aufgebraucht ist, macht er in bis zu ein Meter Tiefe Jagd auf alles was kriecht, kommt aber bisweilen auch an die Erdoberfläche.

Wenn du im späten Herbst einen besonders großen Maulwurfhügel siehst, dann kann das ein Hinweis auf das darunterliegende Winternest sein. Zusammen mit mehreren Vorratskammern kommt so viel Erde als Auswurf zusammen, dass die „Winterburg“ eine deutlich größere Form hat.

Ein stacheliger Geselle – Der Igel!

Jetzt im Sommer und insbesondere tagsüber ist es sehr schwierig, Igel in der Umgebung zu entdecken, denn Igel sind nachtaktive Tiere. Ab Mitte Oktober zieht es die putzigen Tiere aber auch am späten Nachmittag wieder in die Gärten. Im Schutz der Hecken verwendet der Igel jede Minute für die Futtersuche. Er verliert in seinem Winterschlaf, der 5-6 Monate dauern kann, bis zu ein Drittel seines Körpergewichtes und seine Temperatur sinkt auf 4 Grad ab. Da zählt im Herbst jedes Gramm Fett. Er ernährt sich vor allem von Schnecken, Insekten, Spinnen und Regenwürmern. Auch herabgefallenes Obst steht ab und an auf seinem Speiseplan.

Verliert ein Igel seine Stacheln?
Ein ausgewachsener Igel besitzt ca. 8.000 Stacheln, die, ähnlich wie eure Haare, auch mal ausfallen können. Sie wachsen dann wieder nach. Auf die Welt kommt der Igel mit ca. 100 weichen und weißen Stacheln. Innerhalb von 4 Wochen wächst sein Stachelpanzer dann auf die 8.000 festen und bräunlichen Stacheln an.

Was solltet ihr tun, wenn euch ein Igel begegnet?
In den allermeisten Fällen ist es das Beste, wenn ihr den Igel in Ruhe seines Weges gehen lasst. Für den Winter könnt ihr aber auch eine Igelburg in eurem Garten bauen, indem ihr viel Laub und Äste aufeinanderschichtet. Mit etwas Glück nistet sich ein Igel ein und verbringt dort seinen Winterschlaf.

Solltet ihr nach dem 1. November noch einen Igel sehen, dann kann es ein Tier sein, dass sich eventuell noch nicht genügend Fett angefressen hat. Bitte fasst es nicht an! Ihr könnt aber eine Schüssel mit Wasser und trockenem Katzenfutter aufstellen, an dem sich der Igel bedienen kann. Solltet ihr einen verletzten Igel oder ein verwaistes (ohne Mama) Igelbaby finden, dann nehmt unbedingt Kontakt mit einer örtlichen Igelhilfe oder einem Tierarzt auf.