Mittwoch, 24. Juni 2020

Gartenzauber: Bunte Vielfalt vor der Tür

Was wächst denn da in meinem Garten?

Vielleicht habt ihr Glück und habt einen eigenen Garten. Dann kennt ihr euch sicher schon ein wenig aus und wisst, dass es Nutz- und Ziergärten gibt. Da private Gärten meist nicht so groß sind, möchte man die vorhandene Fläche optimal nutzen. Dabei stören häufig die sogenannten “Unkräuter”, weil sie entweder nicht so schön aussehen oder angeblich unseren Blumen und Nutzpflanzen die Nährstoffe wegnehmen. Wenn man sich aber näher mit diesen “Pflänzchen” - den Wildkräutern - beschäftigt, stellt man fest, dass viele sehr gut nutzbar und manche sogar essbar sind. Es kommt halt immer darauf an, wie man Dinge sieht. Für die einen sind diese Wildkräuter lästig und hartnäckig. Andere finden möglicherweise sogar Gefallen an ihnen und schätzen besonders, dass man sie gut nutzen und einige von ihnen sogar essen kann.

Wir stellen euch hier zwei Beispiele für Wildkräuter vor:

“Wenn ihr an Nesseln streifet,
so brennen sie,
doch wenn ihr sie fest greifet,
brennen sie nie”.

Brennnesseln kennen viele von euch sicher als Unkraut, dessen Brennhaare Juckreiz auf der Haut verursachen. Wenn man die Blätter der grünen Pflanzen allerdings zwischen Zeige- und Mittelfinger nimmt und ganz schnell und feste von unten nach oben am Stängel abreißt, dann passiert nichts. Nur Mut!

Brennnesseln sind nicht nur Nährpflanzen für heimische Schmetterlinge. Ihre Blätter taugen auch als Spinatersatz. Getrocknet werden sie – genau wie die Wurzeln – als Tee gegen verschiedene Krankheiten verwendet. Sie können - je nachdem wie lange man sie in einem Eimer mit Wasser aufbewahrt – als Düngemittel oder als biologisches Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse und Spinnmilben eingesetzt werden. Im Mittelalter wurden ihre Stängelfasern sogar zu Nesselstoff verarbeitet. Selbst die Samen der Blüten sind essbar. Sie schmecken nussig und eignen sich hervorragend als Topping im Salat. Und das Beste: Brennnesseln sind sehr reich an Vitaminen und Mineralien!

Wenn ihr es mal selber ausprobieren möchtet, findet ihr hier ein Rezept für ein leckeres Pesto.

Löwenzahn ist bei Kindern beliebter als Brennnesseln. Manchmal leuchten im Frühjahr komplette Felder und Wiesen kräftig gelb. Die grob gezackte Blattform gibt der Pflanze ihren Namen. Viele Hobbygärtner bekämpfen den Löwenzahn als Unkraut in Wiese und Beet indem sie versuchen, seine tiefen Wurzeln auszustechen. Dabei eignen sich die Wurzeln sehr gut als Tee, wenn man Magenbeschwerden hat. Aber Achtung: Löwenzahn wirkt auch entwässernd auf unseren Körper, weshalb er manchmal auch “Bettpisser” genannt wird.

“Löwenzahn, da lachen alle:
Leber, Magen, Niere, Galle -
alle sind für seine Kräfte offen,
dürfen auf Genesung hoffen”.

Im Frühjahr werden die zarten Blättchen oft zu einem vitaminreichen Salat verarbeitet. Aus den gelben Blüten lassen sich leckere Gelees herstellen. Hat man etwas Geduld und wartet, bis die Löwenzahnblüte Samen entwickelt hat, dann kann man mit etwas Puste 175 weiße Blütenschirmchen gleichzeitig auf Reisen schicken...und sich auf das nächste Frühjahr freuen.